Darum ist deine Selbstständigkeit für gesunde Freundschaften so wichtig

Freunde sind dazu da, um einander zu helfen – keine Frage. Doch wenn das Gleichgewicht kippt, weil einer sich zu sehr auf die Schultern des anderen stützt, kann das der Freundschaft schaden.

Jeder hat seine ganz eigenen Talente, so sicher auch deine Freunde: Vielleicht zählst du ein wortgewandtes Sprachgenie, einen akribischen Zahlenkünstler oder einen tatkräftigen Handwerker zu deinem Freundeskreis? Bestenfalls erhältst du also Unterstützung bei wichtigem Schreibkram, deiner Steuererklärung und Reparaturen im Haushalt. Im Gegenzug revanchierst du dich bei deinen fleißigen Helfern mit deiner individuellen Gabe – oder? An diesem Punkt stellst du wichtige Weichen, die den Fortbestand deiner Freundschaften maßgeblich beeinflussen können.

Geben und nehmen: Freundschaften im Gleichgewicht halten

Ein ausgeglichenes Verhältnis von Geben und Nehmen ist eine von mehreren tragenden Säulen, die zu einer stabilen Freundschaft beitragen. Jedoch stellt ein vorhandenes Gleichgewicht immer nur die gesunde Momentaufnahme eines kontinuierlichen Prozesses dar. Die Kunst ist es, die Waage zu halten – die größere Herausforderung, sie wieder ins Lot zu bringen. Das Hinterfragen der eigenen Selbständigkeit kann die Lösung sein:

  • Inwieweit versucht du Hindernisse, die sich dir in den Weg stellen, zunächst allein zu meistern?
  • Wie oft gibst du die Verantwortung an deine Freunde ab?
  • Haben dich Freundschaftsdienste vielleicht in eine Art Abhängigkeit geraten lassen?

Überdenke einmal, wie oft du deine Freunde um Hilfe bittest und vor allem zu welchem Zeitpunkt. Denn: Wer zu schnell „Hilfe“ schreit, ist bequem. Versuche zunächst immer selbstständig eine Lösung für dein Problem zu finden. Lass dabei nichts unversucht – zu oft bringt genau das den Durchbruch. Erst wenn du mit deinem Latein am Ende bist oder dir vier Augen lieber sind, kommt dein Joker ins Spiel – beobachte ihn und lerne!

Selbstständig dazulernen und Freundschaften entlasten

Wer immer wieder auf die Fähigkeiten anderer zurückgreift, obwohl es ein Leichtes wäre, sich diese mit Hilfe seiner Freunde für die Zukunft selbst anzueignen, ist nicht nur bequem, sondern vor allem egoistisch. 

Denn wer die Begabung eines Freundes in Anspruch nimmt, beansprucht auch dessen Zeit. Zeit, welche dieser stattdessen mit seiner Familie verbringen könnte oder ihm für seine eigenen Projekte und Hobbys verloren geht.

Beobachte deinen Freund, während er dir unter die Arme greift und stelle Fragen, um dir beim nächsten Mal zunächst selbst weiterhelfen zu können, ehe du erneut um Unterstützung bittest. Deine investierte Mühe wird auch bei deinem Helfer nicht unbemerkt bleiben. Er wird es zu schätzen wissen, wenn du ihm mit deiner Vorarbeit möglicherweise die Hälfte der Arbeit erspart hast. Am falschen Ende solltest du jedoch nicht sparen.

Wer einen Freundschaftsdienst bewusst zum Großprojekt werden lässt, nutzt seine Freunde aus.


Großbaustellen angemessen entlohnen

Bist du einmal besonders auf das Talent eines Freundes angewiesen, dann spiel von vornherein mit offenen Karten. Biete ihm eine angemessene Entlohnung für seine Hilfe an, wenn du ihm in absehbarer Zeit nicht bei einem ähnlich großen Projekt gleichermaßen mit deinen Fähigkeiten unterstützen kannst. Kein Dienstleister der Welt stellt dir sein Können so umfangreich zur Verfügung wie ein wahrer Freund. Ein Service, der sich ab einem bestimmten Punkt auch unter Freunden bezahlt machen sollte – günstiger als in deinem Freundeskreis kommst du nur selten bis gar nicht davon. Und wo sonst ist neben der eigenen Familie dein Geld besser aufgehoben? Außerdem ist auch diese Geste eine Form von Dank.

Sich erkenntlich zeigen und revanchieren

Wer sich nach getaner Arbeit nicht einmal erkenntlich zeigt und seine eigenen Fertigkeiten bei nächster Gelegenheit zur Verfügung stellt, ist dreist.

 Bedanke dich stets für die Hilfe deiner Freunde – und sei diese noch so klein –, sonst könntest du sie zum letzten Mal erhalten haben. Ebenso wichtig wie der Dank ist aber auch die Bitte.

Um Freundschaftsdienst bitten

Wer die Unterstützung seiner Freunde als selbstverständlich betrachtet oder sogar einfordert, ist frech.

 Wenn dir ein Freund ein- oder zweimal mit seinem Talent zur Hand gegangen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass er dies auch ein weiteres Mal tut. Möchtest du, dass deine Freunde dir helfen, dann bitte sie stets darum. Eine Freundschaft verpflichtet nicht zu bedingungsloser Hilfe.

Verständnis für ein „Nein“ aufbringen

Deine Freunde können nicht immer für dich da sein. Ob sie nun eigenen Verpflichtungen oder Vergnügungen nachkommen: Hab Verständnis, wenn du mit deinem Anliegen mal auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet wirst oder ein Freund dir absagt. Nimm’s ihm nicht übel, denn das Gefühl zu haben, nicht auch mal „Nein“ sagen zu dürfen, ist für den Fortbestand einer Freundschaft nur wenig förderlich. Tu eurer Freundschaft einen Gefallen und tüftele lieber einen Tag länger selbstständig an des Rätsels Lösung oder knüpfe einen neuen Kontakt zu jemandem, der jemanden kennt.

Nimm die Herausforderungen, die sich dir Stellen, künftig immer erst einmal selbst in die Hand. Trau dir was zu und probier dich aus. Du kannst viel mehr aus eigener Kraft erreichen als du glaubst. Übrigens spielt die eigene Selbstständigkeit nicht nur in Freundschaften eine tragende Rolle: Sie kann auch für partnerschaftliche Beziehung von entscheidender Bedeutung sein.

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