Jobangebot ablehnen: 5 Gründe, warum du Arbeitgebern den wahren Grund nennen solltest

Ein Unternehmen bietet dir eine Stelle an, doch schnell merkst du, dass ihr zu diesen Konditionen nicht zusammenkommt? Warum auch immer du das Jobangebot ablehnen möchtest: Bei deiner Absage solltest du die wahren Gründe nicht verschweigen.

Hast du bei deiner letzten Entscheidung gegen einen Job den wahren Grund für deine Absage angegeben oder einen vorgeschoben, der dir möglicherweise leichter über die Lippen ging? In Letzterem üben sich vor allem Unternehmen gut. Klassische Sätze wie „Leider können wir Ihnen zur Zeit keine passende Position anbieten“ oder „Dieses Mal hat Ihr Qualifikationsprofil leider nicht den spezifischen Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle entsprochen“ hast sicher auch du schon einmal auf eine weniger erfolgreiche Bewerbung zu lesen bekommen, oder? Sie sind alles andere als konkret und treffen keinerlei Aussagen über die tatsächlichen Gründe für die Absage. Vielmehr handelt es sich um standardisierte Formulierungen, die jeden ausgeschiedenen Job-Kandidaten erreichen.

Jobangebot ablehnen und wahre Gründe nennen

Wie aber soll sich ein Bewerber gezielt weiterentwickeln können, wenn man ihn nicht wissen lässt, wo er sein Potential noch nicht ausgeschöpft hat? Gleiches gilt allerdings auch für die Weiterentwicklung von Unternehmen. Was soll sich an Arbeitgebern verbessern, wenn wir als Arbeitnehmer ihnen nicht deutlich sagen, was uns missfällt? Folglich sollten es sich auch Bewerber, die ein Jobangebot ablehnen, nicht zu leicht machen und ihre wahren Beweggründe nennen – denn:

1
Du kannst das Unternehmen langfristig zum Umdenken bewegen

Wer den wahren Grund seiner Absage beim Namen nennt, trägt bestenfalls dazu bei, dass Unternehmen langfristig über ihre Attraktivität als Arbeitgeber nachdenken müssen. Ein Bewerber mit klaren Worten ist da sicherlich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn aber jeder sein Ausschlusskriterium aufzeigt, kommt langsam Bewegung in die Angelegenheit. Unternehmen, die mittlerweile verstanden haben, dass sich heutzutage nicht mehr nur Arbeitnehmer bei Arbeitgebern bewerben, sonder ebenso umgekehrt, setzen sich bereits mit dem sogenannten Employer Branding (dt. Arbeitgebermarkenbildung) auseinander. Die unternehmensstrategische Maßnahme sollte branchenübergreifend längst ein Begriff sein, wenn nicht sogar in die Praxis mit einfließen.

2
Du kannst künftige Arbeitsbedingungen beeinflussen

Warum für ein Unternehmen noch Zeit investieren, wenn du dort eh nicht anfängst zu arbeiten? Ganz einfach: Trägst du mit deinen offenen Worten dazu bei, dass ein Unternehmen sich langfristig mit seiner Wirkung auf Bewerber beschäftigt, nimmst du ebenso langfristig Einfluss auf die künftigen Arbeitsbedingungen in dem Betrieb. Zwar werden es nicht deine sein, jedoch kann künftigen Mitarbeitern des Unternehmens damit geholfen werden. Möglicherweise sind die Konditionen bei deinem nächsten Arbeitgeber ja nur so interessant für dich, weil sich zuvor mehrere deiner Branchenkollegen wahrheitsgemäß begründet gegen einen Job in dem Unternehmen entschieden haben. Auch im Beruf ist hin und wieder Nächstenliebe gefragt.

3
Du kannst ein besseres Angebot herausschlagen

Das (Grund-)Gehalt ist dir zu niedrig, die Arbeitszeiten zu unflexibel oder es fehlt dir an Perspektiven? Dann lehne das Jobangebot dankend ab, aber sag warum! Möglicherweise hast du im persönlichen Gespräch bereits so überzeugt, dass man für dich finanziell vielleicht doch noch eine Schippe drauf legt. Dass man die Arbeitszeiten extra für dich lockert, ist eher unwahrscheinlich. Wenn du aber nicht der Einzige bist, der dieses Thema zur Sprache bringt, denkt das Unternehmen vielleicht einmal über ein Gleitzeit- oder Schichtsystems im Rahmen seiner betrieblichen Möglichkeiten nach und stellt dir dieses für künftige Verhandlungen in Aussicht. Gleiches gilt für fehlende Weiterbildungsmaßnahmen, ein Job-Ticket oder was sonst noch auf deiner persönlichen K.O.-Liste prangt.

4
Du bleibst im Gedächtnis

„Ich möchte es mir nicht mit denen verscherzen, man sieht sich immer zweimal im Leben“, hat mir mal eine Freundin gesagt, als ich ihr vorschlug, den wahren Grund für ihre Absage zu benennen. Soweit ich mich erinnern kann, wurde ihr angesichts ihrer Erfahrung und ihres Alters ein miserables Jahresgehalt angeboten. Natürlich sollte man sich gewählter ausdrücken, wenn man dem Unternehmen diesen Fakt vor Augen führen möchte. Ihn ganz zu verschweigen, ist aber auch keine Lösung. Was verspricht man sich davon? Dass es beim Wiedersehen 500 Euro brutto obendrauf gibt, weil man sich in der Personalabteilung an die netten Worte der Absage erinnert? Wohl kaum. Im Gegenteil:

Ich bin mir sicher, dass immer noch die wenigsten Bewerber unverblümt den wahren Grund für ihre Absage formulieren. Und genau die wenigen sind es, die im Gedächtnis bleiben. Also geradewegs raus damit – sachlich und ohne Umschweife.

5
Was nicht ist, kann ja noch werden

Du hast das Rennen um eine Stelle bei deinem Traum-Arbeitgeber gemacht, aber die Konditionen lassen zu Wünschen übrig? Was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden. Vielleicht nicht in dieser Bewerbungsphase, aber möglicherweise in der nächsten. Deutlich besser wird das Jobangebot dann allerdings auch nicht ausfallen, wenn du jetzt nicht aktiv wirst. Lass das Unternehmen ruhig wissen, dass es dein Favorit war, aber benenne ebenso offen dein K.O.-Kriterium. Einzig beschönigende Worte bringen dich einem Job bei diesem Arbeitgeber auch nicht näher.

Sicher sein, dass die E-Mail samt wahrheitsgemäßem Beweggrund nicht doch einfach nur im Spam-Ordner landet oder bei einer telefonischen Absage die Ohren auf Durchzug gestellt werden, kann man sich nicht. Einen Versuch ist es jedoch allemal wert.

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