3 Gründe, warum du Pfand nicht unachtsam wegwerfen solltest

8 Cent hier, 15 Cent da, 25 Cent dort: Auch der Wert von Pfandflaschen und -dosen läppert sich und ist am Ende des Tages bares Geld. Doch nicht nur wegen des finanziellen Aspekts solltest du künftig einmal mehr überlegen, ob du Pfand wirklich wegwerfen möchtest.

Leeres Pfandgut kann besonders unterwegs lästig werden. Es einfach unachtsam wegzuschmeißen, kann dennoch nicht die Lösung sein. Irgendwo lassen sich die Flaschen und Dosen immer sammeln: im Rucksack, Kofferraum oder Hotelzimmer. So ein Aufriss wegen etwas Pfand? Wer dabei glaubt, Umstände auf Kosten seiner Lebensqualität auf sich zu nehmen, ist entweder bequem, egoistisch, verwöhnt oder von Allem ein bisschen. Denn das Einzige, was leeres Pfand maximal raubt, ist Platz. Den hatte es allerdings auch schon inne, als es noch prall gefüllt war – und deutlich schwerer. Warum wirfst du Flaschen und Dosen also weg? Und was lässt du dabei möglicherweise völlig außer Acht?

Weggeworfene Pfandflaschen
Viel zu oft wird leeres Pfand einfach stehen- und liegengelassen – egal wo. (Bild: JUNOTICE/Judith Heine)

1
Du schmeißt Geld aus dem Fenster

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Was bei Vielen noch nicht angekommen zu sein scheint: Gleiches gilt auch für den Cent. Und so erlebe ich es auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis nicht selten, dass vorwiegend Einwegpfand unterwegs im Müll landet – zumeist aus reiner Bequemlichkeit. Darauf angesprochen, heißt es dann oft: „Ach, die paar Cent“. Aber auch die läppern sich: Bei einem Sixpack Einwegflaschen sind das mal eben 1,50 Euro, die achtlos weggeworfen werden. Dass der nächste Snack damit schon wieder bezahlt wäre, kommt dabei den wenigsten in den Sinn. Oder noch viel eher das Pfand für das nächste Sixer. Schließlich zahlen wir die 25 Cent Pfand pro Flasche bereits im Voraus beim Einkauf auf den eigentlichen Preis für das Getränk drauf.

2
Du verschmutzt die Umwelt und pfeifst auf Nachhaltigkeit

Warum gibt es das Pfandsystem in Deutschland wohl in erster Linie? Das Ein- und Mehrwegpfand wurde eingeführt, damit wir die Flaschen und Dosen wieder in die Geschäfte zurückbringen und nicht in den Müll oder gar in die Landschaft schmeißen. Das in der Regel nicht biologisch abbaubare Pfandgut ist pures Gift für die Umwelt. Gleichermaßen soll das System Nachhaltigkeit fördern: Pfandflaschen aus Glas oder festem Plastik (sogenanntes PET), die du unachtsam wegwirfst, könnten noch einmal wiederverwendet werden – ebenso wie das Plastik von dünnen Kunststoffflaschen. Spätestens Geldbeträge zwischen 8 und regional mitunter 50 Cent pro Flasche bzw. Dose sollten Anreiz genug sein, den Weg zurück in den Supermarkt zu finden, sollte man meinen. Die Praxis zeigt täglich, dass dem nicht immer so ist.

3
Du ignorierst gesellschaftliche Missstände

Wie war das noch gleich in Punkt 1: „Ach, die paar Cent“? Wenn du immer mal wieder auf 25 Cent für eine Pfandflasche verzichten kannst, bist du offensichtlich in der glücklichen Lage, finanziell gut situiert zu sein. Dieses Glück teilen jedoch nicht alle mit dir. Unzählige Erwerbslose und Rentner kommen überhaupt nur dank des Pfandsystems über die Runden. Aber auch für viele Erwerbstätige, die Monat für Monat mit ihren Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben und mitunter ebenfalls am Existenzminimum leben, dürfte der unachtsame Umgang mit Pfandgut ein Schlag ins Gesicht sein.

Pfandflaschen neben oder auf Mülleimer stellen
Stelle dein Pfandgut am besten neben oder auf Mülleimern ab. (Bild: JUNOTICE/Judith Heine)

Ein No-Go: Pfand wegwerfen

Hast du tatsächlich mal keine Möglichkeit, dein Pfand zu transportieren, dann stell es am besten neben oder auf einem Mülleimer ab. So bleibt die Umwelt verschont und Pfandsammlern das Wühlen im Müll erspart. Der Pfandwert geht nicht verloren, sondern hilft einem anderen. Außerdem kommt dein Pfandgut letztendlich doch noch der Nachhaltigkeit zugute.

Es ist schön, wenn es dir gut geht. Aber schau dich auch mal um, wirf einen Blick nach links und rechts. Lerne deine Umwelt und kleines Geld zu schätzen. Bedenke dabei stets die Situation anderer und gib dein Pfand ab oder stelle es würdevoll Bedürftigen zur Verfügung.

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